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Anzahl Ausschreibungen

Wie viele Ausschreibungen gibt es eigentlich pro Jahr?

Vergabe-Realität: Anzahl Ausschreibungen — Ausschreibungen und Vergabevolumen 2024-2026

Diagramm: Anzahl Ausschreibungen — Anzahl Ausschreibungen und CAN-Vergabevolumen 2024 bis 2026 aus Bund-Daten

Die rundum.ai interpretation

Wenn man wissen will, ob das 500-Milliarden-Sondervermögen die öffentliche Vergabe in Deutschland tatsächlich antreibt, ist der einfachste Indikator: Werden mehr Ausschreibungen veröffentlicht? Die Antwort 2025 lautet erstmal nein. Die Anzahl der Contract Notices (CN) — also der Ausschreibungs-Bekanntmachungen — bleibt sowohl im Bund-Portal service.bund.de als auch im EU-Portal ted.eu praktisch auf dem Niveau von 2024. Bund: 73.742 (2024) zu 72.366 (2025). EU mit DE-Käufern: 84.420 zu 85.083.

In der monatlichen Auflösung sind zwei interessante Einknicke sichtbar: ein deutlicher im November 2024 (zeitgleich mit dem Ampel-Bruch und der einsetzenden Unsicherheit über die Haushaltsführung), und ein zweiter um den Jahreswechsel 2025/26 (typisches saisonales Tief, das diesmal aber tiefer ausfällt). Beide Tiefs lassen sich plausibel mit Vergabe-Stillstandsphasen erklären, in denen Beschaffungsstellen erstmal abwarten, bevor neue Tender publiziert werden.

Erst ab Januar 2026 zeigt sich Bewegung: Bis Ende Mai sind in Bund bereits 35.653 Bekanntmachungen veröffentlicht — hochgerechnet wären das rund 85.567 für das Gesamtjahr, ein Plus von etwa 16 % gegenüber 2024. Wichtig: Diese Hochrechnung (× 12 / 5) modelliert keine saisonalen Effekte und ist eher ein vorsichtiger Indikator. Aber sie passt zur These, dass die Sondervermögen-Mittel mit Verzögerung in die operative Beschaffung durchschlagen — nicht 2025, sondern erst ab dem zweiten Sondervermögen-Jahr.

Frage

Ist das Sondervermögen in der Anzahl der Ausschreibungen sichtbar?

Antwort

Ja, aber verzögert. Im Sondervermögen-Jahr 2025 blieb die Tender-Anzahl praktisch unverändert. Erst mit Beginn 2026 zeigt sich ein deutlicher Anstieg — hochgerechnet käme Bund auf rund +16 % gegenüber 2024.

Methode
Quellen
service.bund.de (Beschaffungsamt des Bundes) und ted.eu (Tenders Electronic Daily — EU-weite Vergaben). Beides Bekanntmachungen — sogenannte Contract Notices (CN).
Filter
Bund: alle Tender. EU: gefiltert auf `isGermanBuyer:true` (Auftraggeber mit Sitz in Deutschland).
Zeitraum
Januar 2024 bis Mai 2026. 2024 ist die Pre-SVIK-Baseline; 2026-Werte sind hochgerechnet × 12 / 5 (saisonale Effekte nicht modelliert).
Hinweis
Counts basieren auf CN (Contract Notice = Ausschreibungs-Bekanntmachung), nicht auf CAN (Contract Award Notice = Zuschlag). Bund und EU überlappen sich teilweise (EU-Schwellenwert-Tender erscheinen oft in beiden Portalen). Die beiden Reihen sind als zwei Lupen auf dasselbe Geschehen zu lesen, nicht additiv.

Anzahl Ausschreibungen pro Jahr (CN — Bekanntmachungen)

Portal202420252026 (hochgerechnet × 12 / 5)2026 IST (Jan-Mai)
Bund (service.bund.de)73.74272.36685.56735.653
EU (ted.eu)84.42085.08386.71036.129
  • Grundlage sind sogenannte Bekanntmachungen (Contract Notices, CN).
  • Die Daten von ted.eu wurden zusätzlich gefiltert auf isGermanBuyer:true.

Häufige Fragen zu Anzahl Ausschreibungen

Wie viele öffentliche Ausschreibungen veröffentlicht der Bund pro Jahr?
Im Bundes-Portal service.bund.de wurden 2024 rund 73.742 Bekanntmachungen veröffentlicht, 2025 etwa 72.366. Im EU-Portal TED (Tenders Electronic Daily), gefiltert auf deutsche Auftraggeber, lag die Zahl bei 84.420 (2024) und 85.083 (2025). Die beiden Datensätze überlappen teilweise, sind also nicht additiv zu interpretieren.
Hat das Sondervermögen die Anzahl der Ausschreibungen erhöht?
2025 nahezu nicht — die Tender-Anzahl blieb auf 2024-Niveau. Erst 2026 zeichnet sich eine deutliche Steigerung ab: In den ersten fünf Monaten 2026 wurden 35.653 Bund-Bekanntmachungen veröffentlicht, hochgerechnet wären das rund 85.567 für das Gesamtjahr — etwa +16 % gegenüber 2024.
Wann sind die Ausschreibungs-Zahlen 2024/25 eingebrochen?
Zwei Einknicke sind in der Monats-Historie sichtbar: November 2024 (zeitgleich mit dem Ampel-Bruch und der haushaltspolitischen Unsicherheit) und der Jahreswechsel 2025/26 (ein typisches saisonales Tief, das diesmal tiefer ausfiel als üblich).